Gleitschirmclub Hochries Samerberg e. V.
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© Reinhold Parl

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Gleitschirmflieger ehren ihre Meister (OVB 30.12.02)

I
nntaler und Samerberger erfolgreich

Samerberg/Raubling (re)
Mit dem Ende der Flugsaison haben die beiden Gleitschirmvereine Inntal und Samerberg bei ihrem letzten Monatstreffen im Vereinslokal Neiderhell in Kleinholzhausen die erfolgreichen Streckenflieger geehrt.
Für die Inntaler würdigte deren Vorsitzender Rüdiger Hübel die herausragenden Leistungen in der deutschen Streckenflugmeisterschaft. Hier habe einmal mehr der zweimalige deutsche Meister Stefan Bocks mit seinem dritten Platz "den Vogel abgeschossen", nur knapp überholt von seinem ewigen Widersacher Sepp Gschwendtner. Nicht minder hoch seien der siebte Platz von Johannes Sturm und der achte Platz von Hans Bausenwein zu werten. Die Gesamtleistung dieser drei Piloten bescherte den Inntalern dann auch den zweiten Platz in der deutschen Mannschafts-wertung.

Die Ehrung der Samerberger Piloten nahm deren Vorsitzender Dr. Erhard Diedrich vor. Hier war es der Club- und Juniorenmeister Tobias Schreiner, der mit seinem Flug von der Hochries bis Bad Gastein - insgesamt 106 Kilometer - für Aufsehen sorgte. Die Erfolge der nachfolgenden Piloten Eckhard Schröter und Friedbert Krieg sorgten dafür, dass die Samerberger in der Mannschaftswertung den vierten Platz erringen konnten.

Insgesamt 27 Piloten der beiden Vereine hatten eine Strecke von 10.251 Kilometer dokumentiert. Diese große Leistung wurde von den Anwesenden mit viel Beifall bedacht.

Pressemitteilung (14.02.02 OVB pg)  
Über unser ehemaliges GSC-Gründungsmitglied Walter Joseph

Er rollt und rollt und rollt. foto

Behinderter Walter Joseph fuhr mit Handbike 46 000 Kilometer

Waldkraiburg (pg)
- Auch der Schneefall im Allgäu konnte ihn von seiner "F-Rallye" nicht abbringen. In Waldkraiburg war Walter Joseph mit seinem Rollstuhl gestartet. "Und dann hab' ich", erzählt der 39-Jährige, Städte mit F abgeklappert: Über Friedberg, Füssen, Friedrichshafen und Frankfurt bin ich bis nach Flensburg gefahren". Und über Frankfurt an der Oder und Fürth ging's dann wieder zurück in die heimischen Gefilde. Fünf Wochen nach dem Start endete die "F-Rallye": In Freilassing fuhr der 39-Jährige über die Ziellinie.

20 000 Kilometer ist der 39-Jährige im Rekordjahr 2000 mit seinem Handbike, seinem "Rad" - wie er sagt - gefahren. Der großen Deutschland-Reise durch die F-Städte folgte noch im gleichen Jahr eine kleine EuropaTour: Waldkraiburg, Paris, Budapest, Wien, Rom, Waldkraiburg. Und im letzten Jahr? "Da bin ich kürzer getreten. Da waren es nur 15 000 Kilometer", sagt Walter Joseph. Und er lacht.
Der 39-Jährige ist gut drauf - was nicht immer so war. Ganz im Gegenteil: Im September 1990 passierte der schreckliche Unfall: Beim Gleitschirmfliegen im Glockner-Massiv stürzte er ab. Und seitdem ist Walter Joseph zu hundert Prozent behindert. Der ehemalige Bundeswehrsoldat, Bergführer und begeisterte Sportler fiel in tiefe Verzweiflung. Auch Suizidgedanken kamen auf. Doch über das Radfahren ist der Behinderte über den Unfall hinweggekommen. '"Ich hab' schon immer Höchstleistungen, gebracht. jetzt hat sich eigentlich nur geändert, dass ich tiefer gelegt bin", sagt der Rollstuhlfahrer, der seit drei Jahren in Waldkraiburg lebt.
Sein Rad ist ein so genanntes Handbike: die sportliche Variante des "normalen" Rollstuhls. "Man kurbelt mit den Händen nicht an den Antriebsrädem," erklärt der 39-Jährige den Unterschied, "sondern vielmehr vor dem Gesicht". Ohne seine Freundin wären die Touren, wie er sie betreibt, unmöglich. "ich kann allein kein Zelt aufstellen. Und ohne Hilfe komme ich auch nicht hinein", sagt der 39-Jährige. Seine Freundin ist auch behindert - und gemeinsam schaffen sie alles.
"Der Weg ist das Ziel", sagt Walter Joseph. Nicht die zurückgelegten Kilometer zählen, so der 39-Jährige, sondern vielmehr die Erlebnisse. "Die Leute sind immer sehr nett und hilfsbereit" sagt der Rollstuhlfahrer. Und da kommt dann schon mal der Bäcker mit einer frischen Breze aus dem Laden, wenn er die beiden vor seinem Fenster sieht.

In der Zelle übernachtet
Und auf die Polizei, so sagt der 39-Jährige, sei sowieso Verlass. Denn hin und wieder ,haben die beiden schon mal "so eine Panne. "Per Handy , erzählt er, "rufen wir die Polizei an - und die hat uns dann noch immer weiter geholfen" - was sogar auch die Bereitstellung eines Notquartiers miteinschließt. "Ich durfte auch schon öfter in einer Zelle übernachten".
130 bis 150 Kilometer pro Tag sind, so sagt der 39-Jährige mit den kräftigen Oberarmen, "nicht viel". Wenn er mal 15 Stunden auf seinem Handbike sitzt, können da auch über 200 Kilometer herauskommen - wie etwa auf seiner flotten Fahrt den Brenner hinunter: 210 Kilometer hat er da einmal auf der Reise nach Venedig an einem Tag zurückgelegt.
Und auf dem Julier-Pass in der Schweiz hat er sein Handbike einmal "ausgefahren": "In mancher Kurve", so eninnert sich der 39-Jährige, "hab' ich mir da schon gedacht, hoppla ich bin zu schnell dran", Mit 30, 40 Stundenkilometer sei er da vielleicht unterwegs gewesen. Genau kann er's nicht sagen.
Denn für Zahlen interessiert sich Walter Joseph nicht so sehr - auch nicht für die, die auf seinem Tacho steht: 46328. So viele Kilometer ist er jedenfalls mit seinem Handbike in den letzten drei Jahren gefahren...

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