Gleitschirmclub Hochries Samerberg e. V.
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"Bergbahn schon immer Pleitegeschäft"

Bebauung im Ortsteil Untereck in Samerberger Bürgerversammlung heiß diskutiert  ( OVB 19.12.03 / krw)

Samerberg (krw) - Die Diskussion in der Bürgerversammlung befasste sich vornehmlich mit der Änderung des Flächennutzungsplanes in Untereck. Zweiter Bürgermeister Wolfgang Maurer verwies darauf, dass die Planung in der ersten Anhörung mit Bürgerbeteiligung und rund 40 Trägern öffentlicher Belange sei (wir berichteten mehrfach). In dem laufenden Auslegungsverfahren würden alle Bedenken der Anwohner unter rechtsaufsichtlicher Begleitung des Landratsamtes angemessen berücksichtigt, versicherte Maurer. Jetzt stehe es noch nicht fest, ob die Planung in dieser Form verwirklicht werde.

Ausführlich ging Zweiter Bürgermeister Maurer auf die strittige Thematik ein. Die Gruppierung "Rettet die Aussichtskapelle Obereck" sei der Meinung, es entstünden vier große Häuser unterhalb der Kapelle. Tatsache dagegen sei, dass die vier geplanten Einfamilienhäuser mindestens 100 Meter in der Luftlinie von der Aussichtskapelle entfernt seien und um 40 Höhenmeter tiefer lägen.

«Sparkasse bis heute nie Gläubiger"

Hochriesbahn

Strittiges Thema am Samerberg: Die Hochriesbahn soll mit Grundverkäufen gerettet werden. Foto: ps

Der Gemeinderat habe am 8. April das hundertprozentige Ausweisen von Bauparzellen aufgehoben, um die individuelle Gestaltung eines Baugebietes zu erwirken. Bei dieser Beschlussfassung sei das Problem Hochriesbahn dem Gemeinderat noch nicht bekannt gewesen, erklärte Maurer. Die Sparkasse verlange eine vollkommene Aufklärung seitens der Bahn mit den Bilanzen der letzten fünf Jahre. Es sei nicht zutreffend, dass die Sparkasse sich mit dem Erlös aus dem Grundstücksverkauf selbst absichern wolle, sagte der Zweite Bürgermeister. Sie sei bis heute nie Gläubiger der Hochriesbahn gewesen, die Hochriesbahn habe bisher nicht einmal dort ein Konto gehabt.
Bürgermeister Maurer appellierte an alle Samerberger Bürger, speziell an die Anlieger von Untereck, sich mit den Plänen intensiv zu befassen, damit wirklich alle Anregungen, Bedenken, Wünsche und Anfragen in das Verfahren eingebracht werden könnten. Vor der zweiten Auslegung werde die Gemeinde mit Vertretern des Landratsamtes Mitte Februar eine öffentliche Aufklärungsversammlung abhalten, um alle Unstimmigkeiten zu klären. Er hoffe sehr, dass die Bahn als regional und überregional wichtige Anlage erhalten bleibe.
Maurer bat dann um eine sachliche Diskussion bei den Wortmeldungen. Der erste Sprecher äußerte die Vermutung, "zwei hohe Herren aus Rosenheim haben den Gemeinderat genötigt, und an einer Sache, die solche Eile hat, ist meistens etwas faul." Er sehe ein, dass es für den Gemeinderat nicht einfach sei, sich gegen das Landratsamt und die Sparkasse durchzusetzen. In seiner Antwort wiederholte Bürgermeister Maurer, dass die Auslegung bis zum 9. Januar besonders lang seil dazu kämen noch 14 Kulanztage.

"Wo ist Konzept zur Sanierung?

Ein Bürger betonte, in Untereck habe man nichts gegen die Familie Schwaiger man sei aber gegen die Hochriesbahn, weil sie "immer schon ein Pleitegeschäft" gewesen sei. Ein weiterer führte an, dass jetzt die Banken nicht nur die Sicherheit, sondern auch die Kapitaldienstfähigkeit ihrer Gläubiger prüfen müssten. Wo sei hier ein Konzept für die Unternehmenssanierung? Eine Bank könne doch nicht eine karitative Institution sein. Vielleicht sollte dieser oder jener die politische Bühne verlassen?
Eine Wortmeldung wies darauf hin, dass laut Erklärung des regionalen Planungsverbandes Südostbayern, unterzeichnet unter anderem von Landrat Dr. Gimple, "Kuppen und Hänge nicht bebaut werden sollten , Hier sei auch ausdrücklich die Aussichtskapelle Obereck erwähnt.
Bürgermeister Maurer verwies auf die zuvor erwähnten Entfernungsverhältnisse.
Eine Sprecherin wies auf das Interview mit Landrat Gimple im OVB hin, der gesagt habe, die Sparkasse als starker Finanzpartner könne ihr Versprechen einhalten und die Bahn dauernd sanieren.
Sie bezweifle das, ihrer Meinung nach wäre das nur möglich, wenn hier weitere Grundstücke als Bauland verkauft würden.
Bürgermeister Maurer fasste zusammen, es gehöre dies alles in das Anhörungsverfahren, erst danach könne man Weiteres planen. Er bat noch einmal um intensive Beteiligung.


Bauland soll Hochriesbahn retten
Samerberg: Anlieger formieren sich gegen Bebauungspläne

VON ULRICH NATHEN ( OVB 29.11.03 / Fotos:hö/ni)

Aussichtskapelle

Samerberg ‑ Ein Beschluss aus der jüngsten Gemeinderatssitzung sorgt derzeit für wachsenden Unmut bei Anwohnern im Ortsteil Untereck: Dort sollen etwa 2500 Quadratmeter bisheriges Grünland als Bauland für vier Einfamilienhäuser ausgewiesen werden. Grund‑Eigentümerin ist die Hochriesbahn GmbH ‑ mit dem Erlös soll das Unternehmen vor dem Insolvenzantrag gerettet werden. Der Baulandverkauf sei die einzige Möglichkeit, aus den roten Zahlen zu kommen, erklärte deren Geschäftsführer Max Vollmer Schwaiger. "Ein Aus für die Bergbahn hat absolut negative Auswirkungen auf den Tourismus", verteidigt Zweiter Bürgermeister den Ratsbeschluss. Doch mit einer Unterschriftenaktion wollen einige Anwohner jetzt alle Samerberger Bürger dazu auffordern, sich gegen das Bauvorhaben auszusprechen. 

Mit der Bebauung werde eines der schönsten Naturdenkmäler am Samerberg, der Bereich der Kapelle der Vierzehn Nothelfer in Obereck, für immer verschandelt, fasst Anlieger Anton Spöck die Befürchtungen der Bebauungsgegner zusammen. Außerdem werde der dörflicher Charakter im Ortsteil Untereck zerstört. Spöck ist stocksauer: Sein Vater habe zehn Jahre auf eine Baugenehmigung warten müssen, um sein geerbtes Haus in Untereck ausbauen zu können. Begründung aus dem Gemeinderat:  "Eine Bebauung unterhalb der Aussichtskapelle ist unmöglich." Mit extremen Auflagen wurde der Bau dann doch genehmigt. "Aber mein Vater wollte eigentlich größer und höher bauen", schildert Spöck. "Warum werden aber jetzt diese Vorgaben einfach über den Haufen geworfen? Die Bebauung in Untereck in der nun geplanten Größe würde doch die Attraktivität der Aussichtskapelle wirklich in Mitleidenschaft ziehen."

Entscheidung nicht leicht gemacht 

Der Gemeinderat  habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, einen Bebauungsplan für Untereck auszuweisen, macht Zweiter Bürgermeister Wofgang Maurer deutlich. Der Beschluss sei zu Gunsten des großen öffentlichen Interesses der Gemeinde am Erhalt der Hochriesbahn gefallen. Die mögliche Schließung der Bergbahn hätte einschneidende Folgen für den Fremdenverkehr nach sich gezogen. In einem Schreiben hatte Erster Bürgermeister Georg Huber Ende September die Anlieger in Untereck über den aktuellen Stand "Ausweisung neuer Bauparzellen" auf dem Schwaiger Grundstück in Untereck informiert. "Da die Hochriesbahn im Juli kurz vor der Insolvenz stand, haben sich zahlreiche Beteiligte (Familie Schwaiger, Landrat Dr. Max Gimple, Sparkassendirektor Ludwig Holmburger, Finanzexperten, Bürgermeister, Bauabteilung Landratsamt) an einen Tisch gesetzt ' um über mögliche Lösungswege zu verhandeln, um eine Schließung der Bahn zu verhindern und den Erhalt der Bahn langfristig zu sichern", heißt es in dem Brief. Nach zähen Beratungen habe sich dann der Gemeinderat "schweren Herzens" dazu entschlossen, die vier Bauparzellen auszuweisen. Weiter: "Vereinbart wurde, dass jeder Euro aus dem Verkaufserlös dieser Grundstücke vertraglich gesichert in den Erhalt der Hochriesbahn fließen muss und wird. Dafür haben wir von der Sparkasse als neuen Finanzpartner der Bahn im Gegenzug auch die schriftliche Zusicherung, dass die Bahn langfristig erhalten bleibt. " Gerade das bezweifeln aber die Anwohner, kritisierte Anton Spöck in seiner Antwort an die Gemeinde: "Die Ausweisung eines freiverkäuflichen Baugrundes zur Rettung eines privaten Unternehmens ist doch ziemlich fragwürdig. Wann wird dafür weiterer Baugrund verkauft?"

Ensemble‑Charakter für immer zerstört? 

Schützenhilfe haben die Kritiker der Bebauungsplanung vom Bayerischen Landesverein für Heimatpflege bekommen. In einer Stellungnahme wird die unter Denkmalschutz stehende Aussichtskapelle Obereck als ein überregional bedeutendes Gesamtensemble bezeichnet: "Würden nun unmittelbar unterhalb dieses sensiblen Bereiches Bauparzellen ausgewiesen, wäre der einmalige Charakter dieses Ensembles für immer zerstört auf Grund einer fragwürdigen und kurzfristigen finanziellen Aktion." Weiter heißt es: "Wir lehnen die Ausweisung von Baugebiet in einer solchen Lage entschieden ab."
"Auch uns ist der Erhalt der Natur am Samerberg ein wichtiges Anliegen", macht der Geschäftsführer der Hochriesbahn, Max Vollmer Schwaiger, deutlich. Die Notsituation, in der sich die Bahn befinde, lasse aber keine andere  Lösungsmöglichkeit  zu. "Wir wollen selbst etwas bewegen und keine staatlichen Hilfen in Anspruch nehmen", bekräftigt Vollmer-Schwaiger seinen Antrag an die Gemeinde, die umstrittene Grünfläche als Bauland auszuweisen. Zusammen mit seiner Frau wolle er das Erbe von Josef Schwaiger  weiterführen mit dem Ziel, die Bahn wegen der überregionalen touristischen Bedeutung für den Raum Rosenheim und den Chiemgau zu erhalten. Finanzielle Altlasten aus den zurückliegenden zehn Jahren, ein Tragseilschaden im Jahr 2000 und überproportionale Reparatur- und Instandhaltungskosten hätten das Unternehmen aber an den Rand der Insolvenz geführt.
Vollmer-Schwaiger: "Dass sich jetzt Widerstand aus der Bevölkerung gegen diese Lösung und damit gegen die Bergbahn formiert, finde ich schon traurig. "


Mit dem Gleitschirm nach Monaco (OVB 25.09.03)

Nußdorfer Stefan Bocks als Dritter im Ziel - 250 Kilometer zu Fuß unterwegs

Paragleiter nach Monaco

re - Ein Wettbewerb für Gleitschirmflieger der besonderen Art wurde von Red Bull diesen Sommer erstmalig ausgetragen. Es sollte das härteste und schwierigste Rennen aller Zeiten werden, bei denen die besten Piloten der Welt vom Gletscher am Dachstein (bei Salzburg), nur zu Fuß oder mit dem Paragleiter nach Monaco kommen sollten.



17 Teams aus der ganzen Welt

Unter den 17 internationalen Teams aus USA, Kanada, Türkei, Mexiko oder der Schweiz befand sich auch das "Germany I-Team" mit dem Nußdorfer Stefan Bocks und seinem Begleiter Hans Keim. Optimal vorbereitet und mit dem neuesten Material der Firma Gore, der Airvantage Bekleidung, ausgestattet, musste sich das Team zwei Tage vor dem Start erst noch mit den strengen Wettbewerbsregeln, Luftraumbestimmungen (zum Beispiel Sperrzonen der Flughäfen) und Kontrollinstrumenten (GPS, Navigationssysteme, Höhenmesser) auseinandersetzen. Dann starteten alle 17 Piloten über den Gletscherrand auf 3000 Meter über Meeresniveau oberhalb der 1000 Meter hohen Dachstein Südwand. Ab jetzt durften die Piloten keine Bergbahnen Züge oder Autos benutzen. Nur mit Hilfe der Thermik oder zu Fuß (mit ihrer 12-20 Kilogramm schweren Ausrüstung) mussten sie, dem Wetter und alpinen Gefahren ausgesetzt, quer durch die Alpen nach Monaco gelangen. Nur die Begleitperson durfte mit einem Auto den Piloten mit Essen, Trinken und sonstigen Notwendigkeiten versorgen.

BoxiGerade in den ersten Tagen hatte das deutsche Team wenig Glück und so befanden sich Stefan Bocks und Hans Keim sogar schon mit zwei Tagen Rückstand auf Platz 14, und das obwohl der Nußdorfer bis, zu 3000 Höhenmeter bergauf und 50 Kilometer am Tag zu Fuß gelaufen war. Das größte Handicap auf dem Weg zum Ziel wurde allerdings die Bestimmung, dass nach Ankunft des Siegers nur noch 48 Stunden für alle nachfolgenden Teams blieben, um Monaco zu erreichen. Genau diese zwei Tage Rückstand konnte der Nußdorfer auf der Strecke zwischen Innsbruck und dem Mountblanc in einer spannenden Verfolgungsjagd wieder aufholen und so lieferten sich letztlich der Franzose David Dagault, der Schweizer Kaspar Henny und Stefan Bocks im letzten Drittel der Strecke einen spannenden Kampf um den Sieg.

Schweizer Sieg

Der Schweizer war zwischenzeitlich in die Po-Ebene abgebogen und kam fast nur noch zu Fuß vorwärts. Stefan Bocks und David Dagault kämpften zwar gegen den Wind in den französischen Seealpen, konnten den Führenden aber nicht mehr einholen. Der Franzose segelte letztendlich mit dem Heimvorteil als Zweiter in Monaco ein. Lediglich neun Stunden nach dem Sieger konnte SiegerStefan Bocks nach zirka 250 Kilometer zu Fuß und zirka 550 geflogener Kilometern als Dritter in warme Meer springen. Danach kam in der vereinbarten Zeit keiner mehr an - einige mussten mit geschwollenen Füßen durch die extreme Belastung aufgeben und auch das Wetter erlaubte in diesen zwei Tagen kein weiten Flüge mehr.

Zur großen Red Bull-Party am Strand von Monaco trafen sich dann alle 17 Teams und wurden von Prinz Albert überrascht, der den drei Siegem die Medaillen des "Comite de Olympic" überreichte.

Deutscher Titel für Stefan Bocks Großer Erfolg für den Nußdorfer

Der Nußdorfer Gleitschirmpilot Stefan Bocks gewann die Deutsche Streckenflugmeisterschaft. Der Jahrhundertsommer bescherte dem Ausnahmepiloten hervorragende Flugbedingungen. Der Kampf um die Spitze zwischen Stefan Bocks und Sepp Gschwendtner blieb bis zum Schluss offen. Ausschlaggebend für den Erfolg des Nußdorfers war ein 184 km Dreiecksflug vor dem atemberaubenden Panorama der schneebedeckten Viertausender im Schweizer Wallis. Diese Leistung ist als besonders außergewöhnlich zu bewerten, da der 33-Jährige kurz vor diesem Flug den dritten Platz bei den Red Bull X-Alps (siehe Bericht) erflog.

Die deutsche Meisterschaft erstreckt sich über ein Jahr, wobei die drei besten Flüge eines jeden Teilnehmers gewertet werden. Nur, eine konstante Leistung unter
ständig wechselnden Bedingungen über die ganze Saison bringt hier einen
Erfolg. Um in die vorderen Plätze zu fliegen, müssen die Piloten Strecken bis zu 200 Kilometer zurücklegen und diesen Flug anhand von GPS-Aufzeichnungen dokumentieren. Ein GPS-Gerät ermittelt mit Hilfe von Satelliten den aktuellen Standort und speichert die gesamte Flugroute ab. Die Strecken werden oft am selben Abend über das Internet eingegeben und können im 3 D-Forrnat von jedermann nachvollzogen werden. Diese stark vereinfachte Form der Dokumentation - bis 2001 mussten die Wegpunkte aus der Luft fotografiert werden - ließ die Teilnehmerzahlen beim Online-Contest des Deutschen Hängegleiterverbandes (DHV) förmlich explodieren. So reichten 801 deutsche Piloten 5542 Flüge mit einer geflogenen Leistung von insgesamt 302 369 Kilometer ein.


Vereinsmeisterschaft der Gleitschirmflieger (OVB 25.07.03)   foto

Endlich war es den beiden regionalen Gleitschirmclubs Inntal und Samerberg gelungen, bei gutem Flugwetter ihre Vereinsmeisterschaften auszutragen.
Gestartet wurde an der Hochries. Es galt einen Zielflug zu erfliegen mit den Wendepunkten am Feichteck und an der Frasdorfer Hütte. Das Ziel war die Grundschule am Samerberg.
Bei den Inntalern wurden die ersten Plätze von den Piloten Johannes Sturm,
Hans Bausenwein und Hugo Lichtinger belegt. Bei den Samerberglern siegten Peter Keller, Volker Franke und Konny Konrad, die beim letzten Clubabend geehrt wurden. [Wast Dengler]


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