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Gleitschirmclub Inntal erreicht die Weltspitze (OVB 23.10.04 re-)
Dritter weltweit, Nummer eins in Deutschland
Der Gleitschirmclub Inntal flog mit seinen heimischen Piloten Stefan Bocks, Werner Schütz, Hans Keim, Rolf Wagner, Johannes Sturm und Ernst Gräfe auf Platz drei der Welt.
In der weltweiten Vereinswertung im Streckenfliegen mussten sie sich nur Mannschaften aus der Schweiz und Slowenien geschlagen geben und landeten somit den bisher größten Erfolg in der Geschichte des seit über 15 Jahren bestehenden Clubs. Deutschlandweit sind sie sogar die Nummer eins und besonders stolz darauf, ihren Hauptkonkurrenten Tegernseer Tal endlich besiegt zu haben.
Der Gleitschirmclub Inntal steigerte sich in den letzten Jahren auf ein hohes Leistungsniveau und die schweren Streckenflug-Bedingungen an den Rosenheimer Hausbergen, wie der Hochries oder dem Sulzberg im Inntal, förderten das Flugkönnen der Piloten.
Der Nußdorfer Stefan Bocks, der viele internationale Erfolge feiert (wir berichteten), sorgt neben guten Resultaten auch noch für enorme Motivation in der Mannschaft. Auch die Neuzugänge aus Rosenheim und Rohrdorf, Rolf Wagner und Ernst Gräfe,
die das Team der herausragenden Streckenflieger Werner Schütz (Rohrdorf),
Johannes Sturm (Oberschleißheim) und Hans Keim (Oberaudorf) und Stefan
Bocks verstärkten, trugen maßgeblich zum Erfolg bei

Um in die vorderen Plätze zu fliegen, müssen die Piloten Strecken von teils mehr als 200 Kilometern zurücklegen und diesen Flug dann anhand von GPS-Aufzeichnungen dokumentieren, wobei mit Hilfe von Satelliten der aktuelle Standort ermittelt und die gesamte Flugroute abgespeichert wird. Diese stark vereinfachte Form der Dokumentation - früher mussten die Wegpunkte noch aus der Luft fotografiert werden - ließ die Teilnehmerzahlen der Streckenflugmeisterschaft förmlich explodieren. So reichten weltweit 1908 Piloten 11880 Flüge mit einer geflogenen Leistung von insgesamt 616 048 Kilometern ein.
Mit dem Gleitschirm hoch hinaus OVB 27.05.04

Bei guten Wetterbedingungen haben 41 Piloten an den Clubmeisterschaften des Gleitschirmclubs Hochries Samerberg und des Gleitschirmclubs Inntal teilgenommen. Die Aufgabe hieß: Start an der Hochries, über den ersten Wendepunkt Gipfelkreuz Riesenberg zum Gipfel Karkopf, weiter zur Schule von Samerberg und abschließend Landung an der Hochries. Die Flugstrecke betrug insgesamt 11,12 Kilometer. Es siegte Arne Wehrlin vor Olaf Just und Reinhold Parl. Foto: re
Hauchdünne Mehrheit für Hochriesbahn OVB 22.03.04
Samerberg (db) - Die Bürger der Gemeinde Samerberg haben entschieden: Mit einem denkbar knappen Ergebnis bei der Stichfrage haben sich die Befürworter der Hochriesbahn beim gestrigen Bürgerentscheid durchgesetzt. Für das Bürgerbegehren "Rettet die Aussichtskapelle" votierten bei der Stichfrage 585 Samerberger (49,3 Prozent), für das Ratsbegehren "Weitere Planungen" stimmten 602 Bürger (50,7 Prozent). Die Wahlbeteiligung lag bei knapp 63 Prozent. Nun kann die Gemeinde Samerberg die Bauleitplanung für den Ortsteil Untereck fortsetzen. Dort sollen vier Bauparzellen ausgewiesen werden. Der Erlös aus diesem Vorhaben fließt in die Sanierung der verschuldeten Hochriesbahn.
Ja zur Hochriesbahn Leserbrief an die Redaktion OVB 08.03.04
Zum Bericht "Aus der Bahn für den Tourismus Katastrophe" im Lokalteil:
Ich war auf der Inforrnationsveranstaltung der Freunde und Förderer der Hochriesbahn im Gasthof Sollinger in Grainbach. Der Informationsgehalt der Veranstaltung war ausgezeichnet. Die verschiedenen Sichtweisen "pro" und "contra" wurden sehr sachlich vorgetragen und ermöglichen auch für einen nicht direkt betroffenen Rosenheimer eine gute Meinungsbildung.
Als Resümee kann ich zusammenfassen: Eine junge Unternehmerfamilie ist bereit, Privatvermögen zur Beseitigung von Altlasten zu investieren. Die Gemeinde hat zur Unterstützung zu einem ungewöhnlichen Mittel gegriffen, das die Allgemeinheit nicht belastet und nach Aussage von Bürgermeister Georg Huber eine Ausnahme bleiben soll.
Ein Rückbau der Anlagen bei einer eventuell drohenden Insolvenz wird mit Sicherheit die Gemeindefinanzen in erheblichem Umfang belasten.
Eine stillgelegte Hochriesbahn wäre ein gewaltiger Verlust für die gesamte Region. Die Hauptleidtragenden sind die Samerberger Bürger, die mit Tagesgästen und Urlaubern einen erheblichen Teil der gesamten Wertschöpfung des Samerbergs erwirtschaften.
Die Firma Auerbräu hat als erster Betrieb der Region 1997 das EU-Öko-Audit eingeführt und sich in diesem Zusammenhang verpflichtet, den sanften Tourismus zu fördern. Die Hochriesbahn spielt dabei bereits seit Jahren eine sehr wichtige Rolle. Ich hoffe, dass vor dem Bürgerentscheid am 21. März möglichst viele Samerberger die Informationsveranstaltung am 17. März in der Samerberger Halle besuchen, damit sie sich , informieren und eventuell noch offene Fragen zur Diskussion stellen können.
Wilhelm Hermann Auerbräu AG Rosenheim
"Aus der Bahn für den Tourismus Katastrophe" OVB 28.02.04 Samerberg (re)
Samerberg: Breites Bündnis für Hochriesbahn
Das Aktionsbündnis "Für die Hochriesbahn Samerberg" begrüßt das Ratsbegehren, das die Gemeinde beim Bürgerentscheid am 21. März als Alternative zur Abstimmung bringt. Bürgermeister Georg Huber und sein Stellvertreter Wolfgang Maurer informierten bei einem Treffen im Grainbacher Gasthaus Sollinger über die aktuelle Situation. Das Ratsbegehren sehe zwar weiterhin vier Bauparzellen in Untereck vor, am unteren Ende des Kapellenwegs im Anschluss an die bestehende Bebauung sollen aber nur zwei Häuser entstehen, der Rest des Bergs soll vor weiterer Bebauung geschützt bleiben, hieß es.
Im Aktionsbündnis vertreten sind unter anderem Hochriesbahn, Verkehrsverein, Skischule, Gewerbeverband, Drachenflieger- und Gleitschirmclub, Flugschule, verschiedene Gastwirte und Vermieter, Auerbräu, Regionalverkehr Oberbayern, Logistik-Kompetenz-Zentrum in Prien, zahlreiche Samerberger Vereinsvertreter und Freunde der Hochriesbahn.
"Eine Einstellung der Hochriesbahn käme einer touristischen Amputation gleich", gab Verkehrsamtsleiter Toni Hötzelsperger zu bedenken. Vorstandsmitglieder des Verkehrsvereins sprachen von einer Katastrophe, falls die Bahn zusperren müsse. "Wir machen überall mit der Bahn Werbung für den Samerberg", erklärte eine Vermieterin. Koni Bauer von der Skischule Samerberg: "Die Bahn bringt Einnahmen für alle Bürger, die mit dem Tourismus zu tun haben. Ohne Bahn hätte es auch die Skischule nicht gegeben." Die Ver- und Entsorgung zahlreicher Almen und Gaststätten in der Bergregion sei ohne Bahn kaum zu bewerkstelligen, In den Sanierungsplänen sind auch Mittel für notwendige Investitionen für die Zukunft vorgesehen, so zum Beispiel für den geforderten Straßenbau vom Parkplatz bis zur Heubergstraße oder einen Busparkplatz.
"Einblick in die Bilanzen der Bahn"
Helmut Schatt, Vertreter der Sparkasse Rosenheim, bestätigte: "Die Wirtschaftszahlen der jüngsten Vergangenheit und das vorgelegte Konzept haben uns berechtigte Hoffnung gegeben, dass die Bahn Zukunft hat." Drei neutrale Personen werden nun Einblick in die Bilanzen der letzten Jahre bekommen und bei der Informationsveranstaltung am 17. März (20 Uhr in der Samerberger Halle) Rede und Antwort stehen. "Schließlich brauchen wir keine Lösung für ein paar Jahre, sondern eine dauerhafte", hieß es in der Versammlung. "Sprechen sich die Samerberger gegen die Bebauung in Untereck aus, bedeutet dies unwiderruflich das Ende der Bahn", beschrieb Schatt den Ernst der Lage.
"Wichtiger Partner des sanften Tourismus"
Landtagsabgeordneter a.D. Adolf Dinglreiter, der die Bayerische Tourismus Marketing vertrat, zeigte auf, welch große Wertschöpfung der Tourismus am Samerberg habe: "Die Bahn ist einer der wichtigsten Partner des sanften Tourismus, von dem die Allgemeinheit profitiert. "
Eine Ausnahme vom Einheimischen-Modell zugunsten der Hochriesbahn sei gerechtfertigt und habe nichts mit "ungerechter Baupolitik" zu tun, so der Tenor im Aktionsbündnis. Nur mit einer positiven Entscheidung für das Ratsbegehren sei die Sanierung der Bahn möglich. "Kein Cent aus dem Verkaufserlös geht in unsere eigene Tasche", betonte Bahn-Betreiber Max Vollmer-Schwaiger: "Wir kämpfen nur dafür, dass die Bahn weiterlaufen kann."
Drachenfliegen in der Region vor dem Aus? OVB 27.02.04 Samerberg/Landkreis (Is)
Mit großer Sorge verfolgt der Deutsche Hängegleiterverband (DHV) als Vertreter von mehr als 30.000 aktiven Drachen- und Gleitschirmfliegern in Deutschland die Entwicklung am Samerberg und speziell eine drohende Insolvenz der Hochriesbahn, falls das Ergebnis des Bürgerbegehrens am 21. März entsprechend ausfällt. Die Hochries sei einer der am meisten frequentierten Flugberge in Deutschland und der einzige Flugberg im Landkreis Rosenheim, so der DHV. Die Flugschule Hochries sei zudem eine der letzten verbliebenen aktiven Flugschulen für Drachenflieger in Oberbayern. Rudl Bürger, DHV-Sportvorstand: "Ein Wegfall des Standorts Hochries hätte für den deutschen Drachenflugsport erhebliche negative Konsequenzen"
"Hochriesbahn muss erhalten bleiben "
Samerberg: Flugsportvereine fürchten um Domizil Samerberg (re) OVB 13.02.04

Die idealen Bedingungen auf der Hochries ziehen immer mehr Flugurlauber an. Foto: Schlecker
Das Bild der lautlos gleitenden Drachen und Gleitschirme ist an der Hochries an Schönwettertagen kaum mehr wegzudenken. Gestartet wird am Gipfel der Hochries an eigens dafür hergerichteten und gepflegten Plätzen. Der Aufstieg mit der Hochriesbahn ist die Voraussetzung dafür. "Deshalb sprechen wir uns für den Erhalt der Hochriesbahn aus", erklärten gemeinsam Kurt Axthammer, Vorstand des Drachenfliegerclubs Hochries Samerberg, und Erhard Diedrich, Vorstand des Gleitschirmvereins Samerberg, vor dem Hintergrund der Diskussionen um den Fortbestand der Hochriesbahn (wir berichteten mehrfach).
Neben den zugelassenen und naturverträglich gestalteten Start und Landeplätzen sei die Hochriesbahn wichtigste Voraussetzung für die Ausübung des Flugsports an der Hochries, betonte Axthammer. Das partnerschaftliche Verhältnis mit dem Betreiber ermögliche preiswerte Jahreskarten oder auch die kostenlose Talfahrt, wenn die Wetterverhältnisse einen sicheren Start und Flug nicht mehr zulassen. Dies sei ein großer Pluspunkt des Fluggebietes Hochries. Axthammer: "Letztendlich tragen die Drachen und Gleitschirmflieger wesentlich zu dem sanften Tourismus am Samerberg bei. Auch und gerade deshalb wollen die Piloten eines der attraktivsten Fluggebiete in Oberbayern erhalten und brauchen die Hochriesbahn als Partner dafür."
Die örtlichen Flugsportvereine am Samerberg und im Inntal vereinen etwa 550 Flugsportler, bilanzieren die Vorstände der beiden Vereine. Die Hochries sei ihr gemeinsamer und oft besuchter Hausberg. Die idealen Bedingungen auf der Hochries würden immer mehr Flugurlauber und ihre Familien anziehen. Der Samerberg gehöre unter den Fliegern zu einer der beliebtesten Urlaubsregionen Bayerns, dank seiner überschaubaren Schwierigkeiten, idealen Start und Landeplätzen und letztendlich der vielfältigen Freizeitangebote für die ganze Familie.
Der Flugberg Hochries erwies sich laut Axthammer und Diedrich in den letzten Jahren aber zunehmend auch als Ausgangspunkt für weite Flüge. Sportlich orientierte Piloten nutzen die Aufwindquellen der Hochries, um Höhe zu gewinnen. Über 100 Kilometer Flugstrecke, sei es in den Pinzgau, ins Berchtesgadener Land oder auch ins Salzkammergut, sind an der Hochries keine Seltenheit. Der bisher weiteste Flug führte einen Drachenflieger mit zirka 160 Kilometern bis nach Schladming. Der Großteil der Piloten geht allerdings nicht auf Streckenjagd, sondern genießt das lautlose Gleiten hoch über der beschaulichen Landschaft des Samerbergs.
Leserbriefe OVB KW7 Heftige Diskussionen um Hochriesbahn
Zum Bericht "Alpenverein will die Hochriesbahn erhalten" im Lokalteil:
Das Thema Aussichtskapelle ist nur ein Vorwand, denn es geht, wie einige Samerberger sagen, um "Gerechtigkeit"! Es ist wie im Kindergarten: Was du hast, möchte ich auch haben, oder wenn ich nicht darf, dann darfst du auch nicht! Was will man am Samerberg? Einen sanften oder einen einschlafenden Tourismus oder einen Aufschwung im Tourismus? Zum Aufschwung gehört die Hochriesbahn. Da übernimmt ein junger dynamischer Mann mit seiner ebenso dynamischen Frau ein schweres Erbe. Max Vollmer Schweiger und seine Frau Ursula haben in Eigenarbeit an der Hochriesbahn in einem Jahr mehr geschaffen als dies in den letzten zehn Jahren passiert ist. Sie haben ein dynamisches Team bei der Hochriesbahn aufgebaut, an der Spitze die Betriebsleiterin Birgit Bohne und der routinierte Volker Benneke, die sich nicht zu schade sind, auch nachts an der Hochriesbahn zu arbeiten, ohne Bezahlung, versteht sich. Max Vollmer Schweiger hat in einem Jahr Zeichen gesetzt, wie man Besucher auf den Samerberg locken kann. Er hat für Werbung für den Samerberg in einem Jahr mehr gebracht als der Verkehrsverein in den letzten zehn Jahren. Man sollte einen aufstrebenden jungen Mann nicht daran hindern, am Samerberg einen sanften und zukunftweisenden Tourismus zu machen. Dazu gehört nun mal die Hochriesbahn. Die Stilllegung würde einen riesigen Rattenschwanz hinterher ziehen. Der Abriss der Hochriesbahn würde wahrscheinlich der Gemeinde zur Last gelegt, und damit steigt die Pro Kopf Verschuldung um vieles, wahrscheinlich stehen auch einige Existenzen auf dem Spiel. Ich hoffe, dass sich die Bürger am Samerberg alles gut überlegen, es kann nicht sein, dass man sich sagt: "Wir haben ja unsere Stammgäste". Die werden von Jahr zu Jahr älter und wenn man nicht mehr Auto fahren kann, dann kommt man nicht auf den Samerberg und dann stirbt langsam, aber sicher der sanfte Tourismus am Samerberg. Ich bin dafür, dass man sich zusammensetzt und gemeinsam eine Lösung findet und gezielt ein Erholungsgebiet aufbaut, und nicht jeder sagt: "Ich hab' mein Haus voll, mir g'Iangts", und zu dem Gemeinsamen gehört die Hochriesbahn mit ihrer starken Mannschaft.
Klaus Staller Hochries Bergbahn Stüberl Samerberg
Wir sind nicht gegen die Hochriesbahn, sondern dagegen, dass zur Verringerung der Schulden der Hochriesbahn Baugrundstücke an einer der schönsten Stellen am Samerberg frei verkauft werden. Damit würde das Einheimischenmodell sterben, die Aussichtskapelle und ihre Umgebung würden unwiederbringlich verschandelt und eine langfristige Sicherung des Betriebs der Hochriesbahn wäre trotz em nicht gewährleistet. Es muss einen anderen Weg geben, die Hochriesbahn zu sanieren. Wenn den zukünftigen Betrieb der Alpenverein zur Versorgung seiner Hütte oder das Landratsamt Rosenheim oder beide zusammen übernehmen, begrüßen wir das sehr. Es kann aber nicht angehen, die Rettung der einen Attraktion des Samerbergs mit der Zerstörung einer anderen zu erkaufen.
Eine hemmungslose Ausweitung der Bautätigkeit, die dann nicht mehr zu verhindern wäre, würde dem Fremdenverkehr immens schaden.
Peter Weyerer, Anton Spöck, Bürgerinitiative "Rettet die Aussichtskapelle Obereck" Samerberg
Grundstücksverkäufe strittig
Zu den Berichten "Bergbahn schon immer Pleitegeschäft" und "Alpenverein will die Hochriesbahn erhalten" im Lokalteil:
Die Ausführlichkeit der Wiedergabe der Worte des Zweiten Bürgermeisters Wolfgang Maurer in der Samerberger Bürgerversammlung hat auch sein Gutes, denn dadurch werden einige Widersprüche deutlich. Zu allererst: Der Gemeinderat habe am 8. April so Maurer das "100 prozentige Ausweisen von Bauparzellen für Einheimische aufgehoben" und damit das Einheimischenmodell faktisch gekippt. Eine Überprüfung im Protokoll der Sitzung vom 8. April aber ergab: Es wurde kein Beschluss in dieser Richtung gefasst! Der Gemeinderat hatte darüber diskutiert und an die Gemeindeverwaltung den Auftrag erteilt, sich zu diesem Thema Gedanken zu machen. So für jedermann im Protokoll nachzulesen. Weiterhin ist die Rede von "vier geplanten Einfamilienhäusern". Aber der Bebauungsplan weist eindeutig "Einfamilienhäuser mit Einliegerwohnung" aus, was viel größere Dimensionen erlaubt. Maurer sagte weiter, die Sparkasse Rosenheim "sei bis heute nie Gläubiger der Hochriesbahn gewesen". Gegenfragen: Wofür wird dann das Geld aus den Grundstücksverkäufen benötigt? Als Zukunftsinvestition? Aber warum stand die Hochriesbahn dann im Sommer kurz vor der Insolvenz, wie Bürgermeister Huber an die Anrainer schrieb? Und woher kommen dann die "Altlasten", von denen Landrat Gimple im Interview mit dem OVB sprach? Widersprüche, Ungereimtheiten, Lügen? Jeder soll selbst entscheiden, wie er diese Aussagen beurteilt.
Ulrike Marx Samerberg
Dankenswerterweise hat sich der Alpenverein für den Erhalt der Hochriesbahn eingesetzt. Erwähnt wurde auch, dass diese Bahn für ältere oder behinderte Menschen einen wichtigen Zugang zur Bergwelt darstellt.
Mir wurde vor einigen Jahren bei einem Sturz in den Bergen das Sprunggelenk zerstört. Seitdem macht mir das Bergabgehen starke Schmerzen, obwohl ich bergauf keine Einschränkung verspüre. Ich gehe jedes Jahr mehrmals auf die Hochries und genieße die Fahrt bergab. Für viele Bergfreunde, die zeitlebens gern auf die Hochries gegangen sind, ist eine Bergwanderung ohne Bahn nicht mehr möglich. Vorhersehbar ist auch, dass ohne Bergbahn die Versorgung der Alpenvereinshütte anderweitig sichergestellt würde, möglicherweise durch den Ausbau schon bestehender Wege, sodass die Natur nicht ungeschoren davonkäme. Vermutlich gibt es auch für die Gemeinde Samerberg gute Gründe, die Bahn zu unterstützen, die einen Anziehungspunkt für Touristen darstellt. Zuletzt wäre auch eine Preiserhöhung zu überlegen, die mir lieber wäre als keine Bahn auf die Hochries.
Gisela Munker Prien
Alpenverein spricht sich für Erhalt der Hochriesbahn aus. DAV-Sektion Rosenheim informiert 31.01.04
Wenn sich die Sektion Rosenheim des Deutschen Alpenvereins heute für den Erhalt der Hochriesbahn ausspricht, dann könnte man den Schluss ziehen, der Alpenverein sei vom Paulus zum Saulus geworden. Nein! Die Sektion Rosenheim bleibt dem 1977 von der Hauptversammlung des DAV in Rosenheim beschlossenem "Grundsatzprogramm zur umwelt und sozialverträglichen Entwicklung und zum Schutze des Alpenraumes" treu. Wir werden dem weiteren Ausbau unserer Bergwelt mit Bahnen und Liften kritisch gegenüberstehen und ihre Notwendigkeit für die einheimische Bevölkerung und die Entwicklung im Alpenraum sorgfältig abwägen. Die Hochriesbahn besteht aber schon und ist auch in Betrieb.
Der Deutsche Alpenverein mit 680 000 Mitgliedern ist der größte Bergsteigerverein der Welt. Im Verband des DAV ist die Sektion Rosenheim die sechzehntgrößte Sektion der 352 deutschen Alpenvereinssektionen und mit 5600 Mitgliedern ist sie größter selbständiger Verein im südostbayerischen Raum.
Die Alpenvereinssektion Rosenheim unterhält und pflegt in ihrem Arbeitsgebiet Brünnstein und Hochries über 200 Kilometer Wanderwege und Bergsteige. Sie ist Eigentümer der Alpenvereinshütten am Brünnstein und auf der Hochries. Vor unserer heimatlichen Haustüre kommt dies nicht nur der einheimischen Bevölkerung als Naherholungsgebiet zu Gute ' sondern es ist auch ein uneigennütziger Beitrag für den Fremdenverkehr im Rosenheimer Land.
60.000 Besucher auf der Hochries
Allein über 60000 Besucher kamen im vergangenen Jahr auf die Hochries und rund um den Rosenheimer Hausberg zu Fuß, mit Ski, mit Bike und per Bahn. Für Drachen‑ und Gleitschirmflieger ist der Hochriesgipfel ein beliebter Startplatz.
Die Alpenvereinssektion Rosenheim ist seit 1913 mit einer Skihütte auf dem Hochriesgipfel, , deren Grundstückseigentümer sie ist. Den sich ständig verändernden Ansprüchen der Bergwanderer und Erholungssuchenden wurde bis heute immer wieder durch bauliche Veränderungen Rechnung getragen. Dies erfolgte im Wesentlichen aus Vereinsmittel und vor allem durch den unermüdlichen Einsatz ehrenamtlicher Vereinsmitglieder, wobei es nicht einfach ist, jeweils den auch auf dem Berg genauso wie im Tal gültigen baurechtlichen Ansprüchen zu genügen.
Allein im Hochriesgebiet betreut und hält in Stand die Sektion Rosenheim über 100 Kilometer markierte und bezeichnete Wanderwege; das Alpenvereinshaus auf dem Gipfel der Hochries in 1569 Meter Höhe ist ein beliebtes Ausflugsziel und als Unterkunftshütte nach den Richtlinien des Deutschen Alpenvereins für jedermann zugänglich.
Sicher gab es Zeiten in denen man der Erschließung des Samerberger Wahrzeichens ablehnend gegenüberstand. Doch die Entwicklung geht weiter und jede Generation von ehrenamtlichen Alpenvereinsmitgliedern hat in ihrer Epoche das Beste getan.
Noch einmal: Die Hochriesbahn besteht und ist in Betrieb!
Das nutzt auch der Alpenverein für die sehr aufwändige Ver‑ und Entsorgung seiner Hütte. Seit dem Abbau der alten Materialseilbahn aus den 30er‑Jahren, hat die Alpenvereinssektion sich weder für einen Fahrweg, für eine eigene Materialseilbahn oder den Einsatz durch Versorgungshubschrauber stark gemacht.
Im Gegenteil: In partnerschaftlichem Miteinander wurde jeder Hüttenpächter zur Ver- und Entsorgung mit der Bahn vertraglich verpflichtet! Auch die Einrichtungen der Strom‑ und Wasserversorgung, sowie die Abwasserentsorgung über eine eigene Kläranlage sind gemeinsame Sache von Hochriesbahn und Alpenverein. Zum dritten Mal: Die Hochriesbahn besteht und ist in Betrieb.
Für die Ver‑ und Entsorgung des Hauses ist die Nutzung der Bahn die naturverträglichste Art. Im Falle einer Betriebseinstellung wäre der Alpenverein gezwungen, nach folgenden Alternativen zu suchen:
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Eigene Materialbahn auf der Nordseite der Hochries?
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Eigene Versorgungsstraße (nur für den Sommer) von Frasdorf ab der Riesenhütte neu anzulegen?
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Ein Einsatz von Versorgungshubschrauber?
Der Einsatz von Trägern oder Muli ‑wie in früheren Jahren ‑ scheidet wohl in der heutigen Zeit aus. Unabhängig vom wirtschaftlichen Aufwand, ein nicht vertretbarer Eingriff beziehungsweise Belastung der Natur.
Kraft für den Alltag schöpfen
Ein weiterer Gesichtspunkt ist die sich verändernde Gesellschaft. Waren es zur Gründerzeit relativ wenige, die sich sportlich in der Bergwelt bewegten, so sind es heute viele Menschen, die Kraft für den Alltag in unserer schönen Bergnatur schöpfen und den Ausgleich zum hektischen Tagesgeschehen suchen. Dazu kommt ein zahlenmäßig immer größer werdender Personenkreis älterer Generation. Trotz eingeschränkter Bewegung ist es möglich, der früher geliebten Sportart mit Auf‑ oder Abstiegshilfe weiter nachzugehen.
Einstellung wäre Rückschritt
Im Landkreis Rosenheim, vor den Toren der Stadt Rosenheim mitten in unserem schönen Alpenvorland existieren an der Kampenwand, Hochries und am Wendelstein drei Bergbahnen. Es wäre heute ein Rückschritt, wenn eine dieser Bahnen ihren Betrieb einstellen müsste und die Naherholungssuchenden unter Mehrbelastung der Straßen sich anders orientierten um die Schönheiten der Bergnatur anderenorts zu schauen.
Ursprünglichkeit und Einsamkeit
Noch ein egoistischer Gedanke: Bahnen konzentrieren Erholungssuchende; die vielen übrigen Berggebiete bleiben in ihrer Ursprünglichkeit und Einsamkeit erhalten.
Die letzten 30 Jahre sind die Alpenvereinssektion Rosenheim und die Hochriesbahn Partner geworden. Dank allen die bei Wind, Sturm, Regen, Schnee und Sonnenschein 'zur Zusammenarbeit beigetragen und sich mit ihrer Arbeit in den Dienst der Allgemeinheit gestellt haben. Zum letzen Mal: Die Hochriesbahn besteht und ist in Betrieb!
Die DAV‑Sektion Rosenheim wünscht den Fortbestand der Hochriesbahn:
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für die Freizeit‑ und Ferienregion Rosenheimer Land
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für die naturbegeisterte Bevölkerung aus nah und fern
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für eine bestehende weiterhin naturverträgliche Ver‑ und Entsorgung des Hochrieshauses.
Kontakt Infos rund um die DAV-Sektion Rosenheim erhalten Sie an der Geschäftsstelle, Von-der-Thann-Str. 1a,
Tel.: 08031/233452
oder im Internet unter www.sektion-rosenheim.de
Bürgerbegehren "Untereck" zulässig OVB 30.01.04
Samerberger Gemeinderat sieht sich durch Verfahren am 21. März entlastet
Samerberg (krw) In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats stand als erster Punkt das beantragte Bürgerbegehren "Rettet die Aussichtskapelle Obereck" auf der Tagesordnung. Es waren dazu 410 Unterschriften eingegangen, 200 Unterschriften wären mindestens erforderlich gewesen. Zweiter Bürgermeister Maurer verlas den gemäß Artikel 18a Bayerische Gemeindeordnung zur Durchführung eines Bürgerentscheids gestellten Antrag: "Sind Sie dafür, die Aussichtskapelle Obereck in ihrer gegenwärtigen Umgebung zu erhalten und die Bauleitplanung für Untereck zu beenden?" Der Gemeinderat beschloss nach eingehender Beratung einstimmig, den Antrag zur Durchführung eines Bürgerentscheids weiterzuleiten. Als Abstimmungstermin wurde der 21. März festgelegt.
Als Vertreter der Antragsteller werden gemäß Artikel 18 a Absatz 4 Bayerische Gemeindeordnung benannt: Kurt Häußler Hochriesstraße 17, Stellvertreter Laura Doermer, Birkenweg 29; Peter Weyerer, Untereck 5, Stellvertreter Johann Schober, Sattelberg 3; Anton Spöck, Untereck 11, Stellvertreter Dr. Johann Köppl Feichteckstraße 15. Die Überprüfung des Antrags durch die Rechtsaufsicht des Landratsamtes habe ergeben, dass der Antrag ordnungsgemäß eingereicht und formell sowie materiell zulässig sei, so Bürgermeister Maurer. Er kommentierte, dass man seitens der Gemeinde den Antrag begrüße. Ganz gleich, wie der Bürgerentscheid ausgehe, sei damit der Gemeinderat aller Vorwürfe enthoben, die von der einen oder der anderen Seite kommen könnten.
Der Gemeinderat nahm den Antrag für den Bürgerentscheid einstimmig an. Abstimmen können die Bürger am 2 1. März in vier Wahllokalen und per Briefwahl. Bei vier Lokalen seien die Kosten zwar höher, dies wolle man aber im Interesse einer höheren Wahlbeteiligung in Kauf nehmen, hieß es im Rat. Ebenso einstimmig beschloss das Gremium die Bildung eines Wahlausschusses. Als Vertreter aus dem Gemeinderat wurden die beiden Bürgermeister Wolfgang Maurer und Christine Eckert gewählt. Vertreter des Bürgerbegehrens, die als Zuhörer anwesend waren, wollten die Namen ihrer beiden Wahlausschussmitglieder nachreichen.
Am 21. März entscheidet sich offenbar das Schicksal der Hochriesbahn. Foto: Hötzelsperger
Ende für das Einheimischenmodell?
Das Bürgerbegehren begründet seinen Antrag damit, dass die geplante Ausweisung von freiverkäuflichem Bauland das Ende des Einheimischenmodells bedeute. Durch die Bebauung würden die wirtschaftlichen Interessen Einzelner über die Interessen der Gemeinschaft gestellt, der Versuch, ein Privatunternehmen durch Ausweisung von Bauland zu retten, sei abzulehnen. Die Sanierung der Hochriesbahn mit Hilfe einer solchen Maßnahme sei ausgeschlossen, es gebe in ganz Bayern kaum eine rentabel geführte Bergbahn. Die unter Denkmalschutz stehende Aussichtskapelle sei für den Tourismus m Samerberg von großer Bedeutung, der Platz, an dem sie sich befinde, werde durch die Bebauung verschandelt. Der dörfliche Charakter Unterecks werde für immer zerstört.
"Finanzierung nicht mehr gewährleistet"
Wie bekannt (wir berichteten mehrfach), hatte der Gemeinderat in einer Sitzung am 16. Juli 2003 beschlossen, für den Bereich Untereck den Flächennutzungsplan zu ändern und einen Bebauungsplan aufzustellen. Es sollte im Anschluss an den bebauten Bereich die Erstellung von maximal vier Einfamilienhäusern in landschaftsgebundener Bauweise genehmigt werden. Die erforderlichen Parzellen, welche den Besitzern der Hochriesbahn gehören, sollten ausnahmsweise nicht nur für Einheimische und somit preisgebunden zur Verfügung stehen. Ansonsten müsse die Hochriesbahn Insolvenz anmelden und stillgelegt werden, die Finanzierung von Altlasten und erforderlichen Investitionen sei nicht mehr gewährleistet. Ein Sanierungskonzept, in welches der voraussichtliche Verkaufspreis der Grundstücke eingearbeitet sei, wurde von der Sparkasse unter Rechtsaufsicht des Landratsamtes ausgearbeitet.
Alpenverein will die Hochriesbahn erhalten
Stilllegung würde der Umwelt eher schaden (VON SIGRID KNOTHE / OVB 21.01.04)

Die Alpenvereinshütte auf der Hochries zieht alljährlich rund 60 000 Besucher an. Foto: DAV
Rosenheim/Samerberg "Der Samerberg ist eines der schönsten Wandergebiete Bayerns. Bei uns findet der Wanderer Ruhe und Erholung in einer bezaubernden Landschaft. Die Hochriesbahn bringt den Gast von Grainbach aus in eine einmalig schöne Bergwelt." Deutschlandweit wird so in Hochglanzbroschüren für die Hochries, den traditionellen "Hausberg" der Rosenheimer, geworben. Die Bergbahn ist nun in ernsthafte finanzielle Turbulenzen gekommen, die Schließung steht vor der Tür. In einem Kraftakt soll ihr Weiterbestehen gesichert werden. Auch der Rosenheimer Alpenverein spricht sich für den Erhalt der Hochriesbahn aus.
"Wir sehen uns als Partner der Hochriesbahn", erklärt Vorsitzender Franz Knarr von der Sektion Rosenheim des Deutschen Alpenvereins (DAV), "obwohl beim Bau der Bahn 1972 die Sektion aus Naturschutzgründen dagegen war". Heute sei die Hochriesbahn nicht mehr wegzudenken. Rund 60000 Gäste besuchten jährlich die Hochries so Knarr. Dazu zählen Bergsteiger ebenso wie Wandertouristen oder Radler, die zum Auf‑ oder Abstieg gerne die Bahn benützen. Unentbehrlich sei sie auch als Aufstiegshilfe für die Drachenflieger und Paraglider, die in der Nähe des Bergbahnstüberls starten.
Erhebliche Bedenken gegen die Einstellung der Bahn äußert auch Dieter Vögele, Schatzmeister der DAV‑Sektion. "Die Konsequenzen bedeuten erhebliche Eingriffe in die Natur. Darüber sollten sich diejenigen Gedanken machen, die die Hochriesbahn einstellen wollen." Denn Bergbahnen fallen unter das Eisenbahngesetz. Das heißt, so Vögele, dass bei Stilllegung eine Rekultivierung des Geländes zu erfolgen hat. Dies bedeutet, dass Jeder Eisenträger und jedes Kilo Beton entfernt und entsorgt werden müssen. "Hier werden erhebliche Kosten entstehen". Darüber hinaus, ergänzt Knarr, müsse weiterhin die Ver‑ und die Entsorgung auf der Alpenvereinshütte gesichert bleiben. "Hubschrauber würden eingesetzt, ein Fahrweg für den Pächter müsste gebaut, eine Materialseilbahn für Herbst und Winter angelegt werden." Als Naturschützer will der DAV deshalb die Stilllegung der Hochriesbahn verhindern.
Aber auch eine Aufgabe oder ein Verkauf der Hütte steht nicht zur Diskussion. "Wenn wir sie heute verkaufen, ist morgen ein Großinvestor da, der ein Drehrestaurant hinstellt. Mit unserer Vorstellung von Ruhe und Erholung am Rosenheimer Hausberg hat das nichts mehr zu tun", sind sich Knarr und Vögele einig. "Die Errichtung einer einfachen Skihütte auf der Hochries war 1913 ein Meilenstein", so Knarr. 1934 sei diese Blockhütte erweitert, 1956 durch ein Haus aus Stein ersetzt worden. "Noch im letzten Jahr sind rund 300.000 Euro in die DAV Hütte investiert worden", so Vögele.
Stefan Bocks räumte Titel ab (OVB 10-11.01.04)
Gleitschirmflieger feiern ihren Meister
Samerberg (re) ‑ Die Mitglieder der beiden regionalen Gleitschirmclubs Hochries‑Samerberg" und "GSCI Inntal" trafen sich zum letzten Mal im zu Ende gehenden Jahr. Traditionell ist diese Feier dazu ausersehen, die erfolgreichen Wettbewerbspiloten zu ehren. Hier hat der Inntaler Stefan Bocks alles bisher Dagewesene in den Schatten gestellt.
Er war Dritter bei den "X‑Alps", dem interessantesten und schwierigsten Wettbewerb des Jahres. Teilnehmer aus 13 Ländern machten sich Mitte Juli auf den Weg, vom österreichischen Dachstein aus zu Fuß und mit dem Gleitschirm Monaco am Mittelmeer zu erreichen. Nach nicht einmal zwölf Tagen hatte Stefan Bocks das Ziel erreicht. Nach dieser kaum vorstellbar schweren Aufgabe hatte er noch nicht genug.
Deutschen Titel geholt
Quasi schon auf der Heimreise machte der Streckenflugpionier einen Abstecher ins Wallis und sicherte sich mit einem großen Dreiecksflug zum dritten Mal die deutsche Meisterschaft. Sportwart Hans Raffler konnte den Anwesenden noch mitteilen, dass insgesamt 23 Piloten an der deutschen Streckenflugmeisterschaft teilgenommen hatten, wobei mit den Wertungsflügen von Stefan Bocks, Hans Keim und Johannes Sturm der zweite Platz in der Mannschaftswertung belegt wurde.
Aber auch die Hochrieser konnten bemerkenswerte Ergebnisse aufweisen. In der Mannschaftswertung erreichten sie den fünften Platz mit den Flügen von Andreas Leidig, Tobias Schreiner und Volker Franke.
Streckenflugpokal für Franke
Den Streckenflugpokal gewann Volker Franke mit einem Flug von 139 Kilometern ' gefolgt von Tobias Schreiner, 108 Kilometer, und Ecki Schröter, 92 Kilometer, mit Startpunkt jeweils von der Hochries.
Die Vereinsvorstände der beiden Vereine, Dr. Erhard Dietrich und Rüdiger Hübel, vergaßen nicht zu er‑wähnen, dass die großen Flugleistungen quer übers Jahr mit den ungewöhnlich langen und heißen Hochdruckwetterlagen zu tun hatten, und äußerten die Hoffnung, dass sich auch im neuen Jahr ähnliche Bedingungen einstellen mögen.
Foto: re
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