Gleitschirmclub Hochries Samerberg e. V.
 Wonach suchst du?    Datum: 01.08.10   Uhrzeit: 04:59:20   User online: 12    heute: 62   gestern: 304   gesamt: 595209        

  home - StartseiteFluggebietSportVereinWetterTermineReiseTippsKontaktFotosLinks

Verein
Satzung
     Mitgliedsbeiträge
     Mitglied werden
Info-mail-abo
     eintragen
     austragen
Vereinsrundschreiben
     Veranstaltungsrückblick
Jugendförderung
Trainingsangebote
Pressespiegel
     Briefe
Mitgliederbereich
© Reinhold Parl

zurück zur vorherigen Seite


"Lebe meinen Traum in vollen Zügen" OVB 31.12.05
Mitglieder der Gleitschirmvereins Inntal sind fasziniert vom Fliegen - Verein stellt Welt- und deutschen Meister                             VON DANIELA LINDL

Am TreffauerRosenheim/Inntal - "Für mich ist dieser Sport eine ideale Kombination aus Abenteuer und Herausforderung", sagt Werner Schütz. Um das "Gefühl der absoluten Freiheit" zu erleben, nimmt der 42-jährige Pilot des Gleitschirmvereins Inntal so manche Strapazen auf sich. Seit 1990 gehört Schütz mittlerweile dem Verein an. Durch das Bergsteigen kam der Sportler zum Gleitschirmfliegen, denn "es ist genial, wenn man nicht zu Fuß den Berg hinunter gehen muss''. Anfangs war das Fliegen für Schütz lediglich eine Abstiegshilfe vom Berg. Doch schon bald war er dieser Sportart regelrecht verfallen und die Leidenschaft war entfacht. "Das Gleitschirmfliegen macht süchtig. Man will immer weiter und immer länger fliegen", erzählt der erfahrene Pilot. "Die Eindrücke, die man bei seinen Flügen sammelt, sind überwältigend und lösen Glückshormone aus". Andere wichtige Erlebnisse im täglichen Leben würden daneben fast verblassen.

So mancher passionierte Gleitschirmflieger hat nach Schütz' Erfahrungen Schwierigkeiten im sozialen Umfeld. Nicht alle Familien hätten Verständnis für diese extreme Sportart. "Zum
Glück habe ich mit meiner Frau Andrea eine tolerante Partnerin, die mir keine Vorwürfe macht, wenn ich Hals über Kopf aufbreche, weil ideales Flugwetter angesagt ist betont der zweifache Familienvater. Auch sein Arbeitgeber, die Firma "Rasco", zeige Verständnis für sein Hobby. Der Abteilungsleiter für Software im Elektronikbereich opfert rund 80 Prozent seines Jahresurlaubes für seinen Sport. "Ich lebe meinen Traum in vollen Zügen. Es gibt nur rund zehn Hammertage im Jahr, an denen das Wetter optimal fürs Fliegen passt. Und an solchen Tagen brauche ich frei, sonst bin ich unausstehlich. "

Nicht ganz so flexibel kann Rüdiger Hübel, Vorstand des Gleitschirmvereins Inntal, sein Hobby ausüben. Der 36-Jährige muss sich als Bankkaufmann an relativ starre Arbeitszeiten halten und vorplanen: "In meinem Beruf kann ich nicht so spontan agieren. Ich sehe das Gleitschirmfliegen nicht als Hochleistungssport, sondern ich fliege aus Spaß." Da der Kolbermoorer hauptsächlich am Wochenende seinem Hobby nachgehen kann, macht ihm das Wetter oft einen Strich durch die Rechnung. Die Temperaturen und die Thermik müssen passen, es muss schwachwindig sein und nur wenig Wolken dürfen am Himmel stehen. jm Laufe der Zeit wird ein Gleitschirmflieger in Bezug auf das Wetter ein richtiger Spezialist. Immer wieder aufs Neue muss man sich mit den Windsystemen auseinandersetzen", erklärt Rüdiger Hübel. Auch er habe eine verständnisvolle Freundin. Die Faszination des Gleitschirmfliegens lässt auch Hübel nicht mehr los: "Es ist unbeschreiblich, als Mensch in der Luft die Natur von oben sehen zu können. Man entfernt sich von der Welt und wird selbst immer kleiner. Ich entspanne mich dabei und kann aus diesem Sport Kraft für den Alltag schöpfen." Hübel gehört dem Gleitschirmverein seit dem Jahr 1999 an und ist seit 2001 Vorstand.

Die Kosten für die Fluglizenz sind nach Auskunft der Piloten vergleichbar mit denen eines Autoführerscheins. Voraussetzungen für diese Sportart sind körperliche Fitness, Entscheidungs-freudigkeit und ein gewisses Maß an Risikobereitschaft. Ab 16 Jahre kann man dem Gleitschirmverein beitreten.

Winterstart HochriesDurch die weltweite Vernetzung im Internet kann sich heute jeder Pilot über die Konkurrenz und andere Vereine informieren. Am Computer können Startplätze, Flugstrecken, Entfernungen und Flugzeugtypen untereinander verglichen werden. "Ich kann mich zu jeder Tages- und Nachtzeit darüber informieren, wo ich selbst stehe oder auf welchem Platz sich mein Verein gerade befindet. Dadurch, dass man sich die Flüge der anderen Piloten anschaut kann man viel lernen", erzählen die erfahrenen Sportler. Angst vor einem Absturz haben Werner Schütz und Rüdiger Hübel nicht: "Ein Restrisiko kann man nie ausschließen. Aber je mehr wir fliegen, umso sicherer werden wir in unserer Schirmbeherrschung. Und die Alpen sind das beste Flugrevier weltweit."

Weltmeister aus dem Inntal

Dass dieses Training auch Erfolge bringt, bewies der Gleitschirmclub, (GSC) Inntal heuer. Er wurde erstmals Weltmeister und deutscher Meister im Online Contest (OLC) 2005. Hierbei handelt es sich um die internationale und nationale Gleitschirm Streckenflugmeisterschaft.
Der Online Contest des DHV (Deutscher-Hängegleiter Verband) ist in den vergangenen Jahren zu einem Wettbewerb mit internationaler Beteiligung gereift. Insgesamt haben etwa 2000 Piloten aus 22 Nationen an diesem Wettbewerb teilgenommen.
Folgenden Spitzensportlern ist es zu verdanken, dass der GSC Inntal erstmalig die Weltspitze erklimmen konnte: Hans Bausenwein aus Brannenburg, Werner Schütz aus Höhenmoos, Hans Keim aus Brannenburg, Johannes Sturm aus München, Rolf Wagner aus Reichenhall und Stefan Bocks aus Frasdorf. In einem packenden Kopf-an-Kopf Rennen mit dem Schweizer Team um den ersten Platz in der internationalen Wertung konnten die Inntaler Piloten noch am allerletzten Wertungstag die endgültige Führung übernehmen. Bei fast unfliegbarem Wetter gelang es Stefan Bocks zusammen mit dem neuen Vereinsmeister, Hans Bausenwein, nochmals am Heimatberg, der Hochries, zu punkten.
Inzwischen hat der GSC Inntal 112 Mitglieder. 36 Piloten haben im internationalen OLC für den Verein gepunktet. Und das mit bis zu 200 Kilometer weiten Streckenflügen, die sechs bis acht Stunden dauern. Die Auswertung erfolgt per GPS und via Internet, so dass die Flüge für jeden das ganze Jahr über immer abrufbar sind.

Blick in die Geschichte des Vereins

Gegründet wurde der Gleitschirmverein Inntal am 20. April 1989 in Nußdorf. Gründungsmitglieder waren Hans Bausenwein, Reinhold Speidel, Otto Gottwalt und Torsten Wulff. Begonnen hat der Verein mit 30 Mitgliedern, heute hat er 112. Das älteste Mitglied ist 79 Jahre alt, das jüngste 17. Der Frauenanteil liegt bei unter zehn Prozent. Im Jahre 1994 wurden der Heu- und Sulzberg als Fluggelände offiziell zugelassen. Zu den Vereinsbergen zählen neben dem Sulz- und Heuberg das Sudelfeld, die Hochries und die Kampenwand.
Sportliche Erfolge beruhen auf den Einzelleistungen der Vereinsmitglieder. Stefan Bocks wurde im Jahre 1997 als erstes GSC-I-Mitglied deutscher Streckenflugmeister. Seit Jahren fliegt der Gleitschirmverein Inntal in der deutschen Streckenflugwertung vorne mit. Erstmals erflogen die Piloten 2004 den ersten Platz der deutschen Streckenflugmeisterschaft in der Mannschaftswertung und den dritten Platz weltweit. Gleich doppelten Erfolg konnte der Verein im Jahr 2005 verbuchen: den ersten Platz sowohl in Deutschland als auch weltweit (OLC - Online Contest).

Der Wind kann sowohl Freund als auch Feind sein
Erfahrung der leidenschaftlichen Gleitschirmflieger:
Streckenflugtag muss stets gut vorbereitet sein

Rosenheim/Inntal (dli)
Die besten Flugtage sind zwischen März und August zu erwarten. In diesem Zeitraum beobachtet ein leidenschaftlicher Gleitschirmflieger nahezu täglich das Wettergeschehen. Ein potenzieller Flugtag deutet sich etwa zwei bis drei Tage vorher an. Gewissheit hat man aber meist erst einen Tag zuvor. Wenn das Wetter passt, versucht der Sportler, sich für diesen Tag von allen Verpflichtungen zu befreien: Arbeitstermine werden verschoben, wichtige Aufgaben abgegeben oder vorher durch Überstunden erledigt und Familienverpflichtungen abgesagt. Wie gut, dass der passionierte Gleitschirmflieger häufig ein sehr tolerantes Umfeld hat.
Am Abend vor dem Flug steht die Überprüfung des Flug- Equipments auf dem Programm: Die Batterien müssen voll und die Rettungsauslösung funktionstauglich sein. Von der Sonnencreme und -brille über Geld bis hin zum Handy und der Flugverpflegung muss an alles gedacht werden. Zudem gehört eine intensive Wetter-Recherche per Internet zu den Flugvorbereitungen. Besonders die Windentwicklung im Laufe des Tages ist von großer Bedeutung. Der Wind kann Freund, aber auch Feind eines Gleitschirmfliegers sein. Sobald der Flieger eine klare Vorstellung vom Streckenflugpotenzial des bevorstehenden Tages hat, nimmt er Kontakt auf zu seinen Fliegerkollegen. Es werden am Telefon verschiedene Streckenmöglichkeiten diskutiert sowie Berg und Treffpunkt vereinbart.

 

 

 

Die Kosten für die Fluglizenz sind mit denen des Autoführerscheins vergleichbar, wissen die leidenschaftlichen Flieger Werner Schütz (links), Mitglied des WM-Teams 2005, und der Erste Vorstand des Gleitschirmvereins Inntal, Rüdiger Hübel.


Am Flugtag selbst wird aufgrund der Komplexität des Wetters am frühen Morgen nochmals das Wetter-, Wind- und Temperaturgeschehen überprüft. Nach einem ausgiebigen Frühstück macht sich der Flieger gegen 9 Uhr auf den Weg. Während der gemeinsamen Anfahrt zur Bergbahn werden erneut Wind- und Wetterinformationen ausgetauscht und der geplante Flug wird besprochen.

Oben auf dem Berg angekommen heißt es Wind und Wolken beobachten, eine letzte Brotzeit zu sich nehmen und die Verpflegung günstig in der Bekleidung verstauen.
Gegen 11 Uhr geht es für die Gleitschirmflieger richtig los. So mancher Begeisterte vergleicht das Streckenfliegen mit dem Autofahren: "Es ist wie kontinuierlich mit 220 Stundenkilometern auf der Autobahn rasen - ohne dass man bremsen kann." Irgendwann - an sehr guten Tagen nach acht oder zehn Stunden - landet der Sportler grinsend auf einer Wiese, die möglichst nahe an einer Ortschaft oder einer Straße liegt. Jetzt wird schnell zusammengepackt, um noch vor Einbruch der Dunkelheit den nächsten Bahnhof für die Rückfahrt zu erreichen. Nicht selten wird die Ehefrau oder Freundin per Handy angerufen, um Taxi zu spielen.
Gegen 22 Uhr wertet der Flieger noch die Daten aus seinen Fluginstrumenten (GPS) auf dem PC aus und lädt sie auf den OLC- Server in Internet. Unmittelbar danach kann sofort die derzeitige Platzierung eingesehen werden.
Das endgültige Tagesresultat am folgenden Morgen zeigt anhand von Eingaben anderer Streckenflugbegeisterter, ob der Gleitschirmflieger den Flugtag optimal genutzt hat oder ob es "nur wieder mal ein anstrengender, aber unvergesslicher Tag" war.


Rosenheimer im Aufwind. Per Paragleiter nach Monaco
aus: ECHO - die aktuelle Wochenzeitung für Stadt und Landkreis Rosenheim vom 10.08.05

Stefan Bocks (35) überwindet 800 Kilometer zu Fuß und mit Paragleiter

Kletternd oder gleitend, auf alle Fälle höchst spannend verbringt Stefan Bocks aus Rosenheim momentan seine Zeit. Zusammen mit 16 weiteren Athleten stürzte sich der 35jährige über dem senkrechten Schlund der Dachstein-Südwand in ein großes Abenteuer. Mit dem Paragleiter wollen sie die 800 Kilometer Luftlinie vom Dachstein in Österreich, bis an die Küste Monacos zurücklegen. Dabei geht es nicht vorrangig darum, welcher der Abenteurer der größte oder schnellste ist, sondern vor allem darum, mit sich selbst im Einklang zu sein. Das Leben ist ein Abenteuer, der Familienvater Stefan Bocks genießt es in vollen Zügen. Begleitet wird er von Hansi Keim (33) aus Brannenburg. In dieser Woche wollen sie Monaco erreichen.

Der Wettbewerb nach Monaco heißt "Red Bull X Alps 2005" und beinhaltet folgende Tour:

Die Teilnehmer fliegen mit ihrem Paragleiter so weit es geht in der turbulenten Thermik über die Alpen, landen möglichst sanft und wandern dann weiter mit ihrem 20 Kilogramm schweren Rucksack. Dabei schlafen sie naturgemäß so wenig wie möglich und klettern bis zum nächsten Absprungort wieder den Berg hinauf... und so weiter ... bis sie je nach Windlage, etwa 12 Tage später in Monaco ankommen. Männer und Frauen sind dabei bei diesem Trip, lassen sich nicht unterkriegen von Regen, Sturm und Kälte. Stefan Brocks liegt Klasse im Rennen. Er ist super motiviert und hat bereits die Hälfte der Strecke geschafft.

Im Internet kann man seinen Standort über www.redbullxalps.com ganz genau verfolgen.



Eine Filmcrew ist mit Helikoptern, Paragleitern und Landrovern immer ganz dicht dran. Petra Maier


»Inhaltsverzeichnis Sitemap
«zurück zur vorherigen Seite
«zurück zur GSC  Startseite
 
GSC Hochries Samerberg e. V. ÷  paragliding@duschl-elektro.de

Fluggebiet - Sport - Verein - Wetter - Termine - Reise - Tipps - Impressum - Fotos - Links